Asyl und Flucht: Beispiel Spielfeld

Seiichi Furuya

Ab September 2015 erhöhte sich die Zahl der Geflüchteten, die am Grenzübergang Spielfeld nach Österreich einreisen wollten, drastisch. Ungarn sperrte seine Grenze zu Serbien, der Flüchtlings- strom nahm so seinen Weg über Slowenien nach Österreich. Wöchentlich sammelten sich tausende Geflüchtete am Grenzüber- gang Spielfeld (bis zum Jahresende 2015 waren es circa 190.000 Personen). Ende des Jahres 2015 entschied sich die Republik Österreich, ein sogenanntes „Grenzmanagement“ direkt am Grenzübergang zu initiieren. Es handelt sich dabei um einen circa vier Kilometer langen Zaun, der um den Grenzübergang aufgestellt wurde. Im März 2016 wurde die sogenannte Balkanroute für die Geflüchteten nach Norden schließlich komplett geschlossen. Zugleich trat das Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei in Kraft. Mit diesen Entscheidungen wurde der Zuzug von Menschen auf der Flucht über Spielfeld nach Österreich (und zum Teil weiter nach Deutschland) fast vollständig gestoppt. Ob und wann der Grenzzaun um Spielfeld, der nicht einmal während der Zeit des Kalten Krieges für notwendig erachtet wurde, wieder abgebaut wird, weiß zurzeit niemand.

Asylanträge in Österreich:

2016 etwa 42.000
2015 etwa 89.000
2014 etwa 28.000
2013 etwa 17.000

Quelle: Bundesministerium für Inneres (BM.I)

Zahlen zu Migration & Flucht:

2016
387.487 Einwanderung in die EU
363.348 über das Mittelmeer
24.139 über Land
5.079 Tote / Vermisste – Mittelmeer

2015
1.046.599 Einwanderung in die EU
1.011.712 über Mittelmeer
34.887 über Land
3.735 Tote / Vermisste – Mittelmeer

Quelle: Internationale Organisation für Migration (IOM) Österreich

Seiichi Furuya, geboren 1950 in Izu, Japan, studierte an der Tokyo Polytechnic University. Er lebt und arbeitet in Graz.

www.furuya.at