Orte der Erinnerung

Kurt Kaindl

Das Schicksal der Geflüchteten im Sommer 2015 und die Reaktion vieler Menschen,
die spontan zu helfen versuchten, ist das Thema meiner fotografischen Arbeit. Die Form meiner Bilder ist die des erweiterten Porträts, indem ich die Helferinnen und Helfer aus dieser Phase der Flüchtlingskrise als Zeitzeugen aufrufe und mit ihnen jene Orte besuche, an denen sie mit den Geflüchteten zusammengetroffen sind. Gleichzeitig sind dies auch die Orte, an denen die Spuren dieser Ereignisse und der geflüchteten Menschen noch zu sehen sind und in dokumentarischer Form von mir abgebildet werden. Die kurzen Bildbeschreibungen verdeutlichen diesen Zusammenhang, lassen aber ebenso wie die Bilder ein weites Feld für die Vorstellungen und eigenen Erinnerungen der Betrachterinnen und Betrachter offen.

Ich zeige die Geschehnisse der unmittelbaren Vergangenheit, die als Ereignisse noch in allen von uns lebendig sind so, als ob in einer fernen Zukunft daran erinnert würde.

Kurt Kaindl

Kurt Kaindl, geboren 1954 in Gmunden, studierte Germanistik und Kommunikations- wissenschaft. Er realisierte dokumentarische Fotoprojekte mit dem Schriftsteller Karl-Markus Gauß (Ausstellung und Buch Die unbekannten Europäer) und über den ehemaligen Eisernen Vorhang (Reisen im Niemandsland). Lebt und arbeitet in Salzburg